Berufsbildungsfonds

Anleitung Beitragsbestätigung QV 2015

Kantonaler Berufsbildungsfonds

Der Kanton Zürich führt in Ergänzung zu den branchenmässig ausgerichteten Berufsbildungsfonds gemäss Art. 60 BBG einen branchenübergreifenden Berufsbildungsfonds.

Gegründet wurde dieser Fonds, um die Berufsbildung zu fördern und die Kosten, welche für die Lehrbetriebe anfallen, besser auf die verschiedenen Unternehmen des Kantons aufzuteilen. Zusätzlich werden der Aufbau von branchenbezogenen Fonds und innovative Massnahmen für die "Berufliche Grundbildung" gefördert.

So sind alle Arbeitgeber des Kantons verpflichtet, dem Fonds einen Beitrag in der Höhe von 1 Promille ihrer Lohnsumme zu entrichten. Das Inkasso erfolgt über die Familienausgleichskassen.

Die Lehrbetriebe profitieren so von einer wichtigen finanziellen Unterstützung und erhalten dadurch einen zusätzlichen Anreiz, auch in Zukunft vermehrt Lernende auszubilden.

Rechtliche Grundlagen

An der Volksabstimmung vom September 2008 haben die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger des Kantons Zürich das Einführungsgesetz zum Bundesgesetz über die Berufsbildung mit einem Berufsbildungsfonds angenommen.

Der Regierungsrat hat am 22. Dezember 2010 die Verordnung über den Berufsbildungsfonds erlassen und per 1. Januar 2011 in Kraft gesetzt.

Beitragssatz und Beitragserhebung

Der Regierungsrat hat den Beitragssatz auf 1 Promille der für den Kanton Zürich deklarierten Lohnsumme festgesetzt. Die Fondsbeiträge werden bei den Arbeitgebern einmal jährlich durch die Familienausgleichskassen eingezogen. Die Beitragserhebung basiert auf der definitiven Lohndeklaration der Arbeitgeber, die auch für die Festsetzung der Beitragspflicht gemäss Einführungsgesetz zum Bundesgesetz über die Familienzulagen vom 19. Januar 2009 massgebend ist.

Befreiung von der Beitragspflicht

Zürcher Arbeitgeber, die bereits einen Beitrag an die Berufsbildung leisten, sind von der Beitragspflicht befreit. Dies sind Betriebe,

  • die im Kanton Zürich Lernende mit Lehrvertrag ausbilden, d.h. die Betriebe verfügen über eine aktive Bildungsbewilligung und haben per Stichtag 1. Januar einen aktiven Lehrvertrag.
  • die einem Lehrbetriebsverbund angehören.
  • die einem der 26 Branchenfonds gemäss Art. 60 BBG (Link) unterstellt sind.
  • deren Familienausgleichskassen(FAK)-Lohnsumme weniger als Fr. 250‘000.-- beträgt.

Die gemäss diesen Kriterien befreiten Arbeitgeber werden automatisch auf eine Befreiungs-Liste gesetzt, welche den Familienausgleichskassen weitergeleitet wird. Eine spezielle Meldung an den Berufsbildungsfonds ist nicht nötig.

 

Weitere Befreiung von der Beitragspflicht durch die Berufsbildungskommission

Die Berufsbildungskommission befreit auf Gesuch weitere Arbeitgeber von der Beitragspflicht, wenn sie

  • eine mit dem Betriebsaufwand einer Lehre vergleichbare Ausbildungsmöglichkeit anbieten (siehe Befreiungskriterien von weiteren Ausbildungsbetrieben). 
  • einem anderen Branchenfonds unterstellt sind, der vergleichbare Leistungen wie ein Branchenfonds gemäss Art. 60 BBG erbringt (siehe Befreiungskriterien für Branchenfonds).

Das Gesuch ist schriftlich bis spätestens Ende Juni des Beitragsjahres an die Geschäftsstelle Berufsbildungsfonds zu Handen der Berufsbildungskommission zu stellen.

Berufsbildungskommission

Die Mitglieder der Berufsbildungskommission wurden vom Regierungsrat für eine Amtsdauer von 4 Jahren gewählt.

Der Berufsbildungskommission gehören Vertretungen der Organisationen der Arbeitswelt und je eine Vertretung des Bildungsrates und der Bildungsdirektion an.

Die Berufsbildungskommission entscheidet über die Befreiung von Arbeitgebern von der Beitragspflicht sowie über die Verwendung der Mittel.

Leistungen aus dem Fonds

Über den Einsatz der Mittel entscheidet die Berufsbildungskommission. Es können Beiträge an die den Lehrbetrieben übertragenen Kosten der überbetrieblichen Kurse (ÜK), der Qualifikationsverfahren und der Berufbildner-Kurse geleistet werden. Ferner sollen die Mittel für die Anschubfinanzierung von Lehrbetriebsverbünden oder für Massnahmen zur Erhaltung der Ausbildungsbereitschaft von Betrieben und Branchen eingesetzt werden, sofern sich ergänzende finanzielle Mittel als unerlässlich erweisen.

Familienausgleichskassen

Die Familienausgleichskassen erheben die Beiträge für den Berufsbildungsfonds und sorgen für das Inkasso.