Gymnasiastinnen und Gymnasiasten in der Probezeit stärken

09.05.2017 - Medienkonferenz (Video),Medienmitteilung

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Die Zürcher Bildungsdirektion ist in einer Untersuchung der Frage nachgegangen, welche Faktoren für das Bestehen der Probezeit an einem Gymnasium wichtig sind und warum sich die Quote der Austritte zwischen den einzelnen Schulen stark unterscheidet. Die Ergebnisse zeigen, dass die Aufnahmeprüfung ein guter Anhaltspunkt dafür ist, wer die Probezeit besteht. Schülerinnen und Schüler, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, sind in der Probezeit weniger erfolgreich. Die Gymnasien haben bereits erste Massnahmen getroffen: Sie bieten vermehrt Aufgabenhilfen und Coachings an und arbeiten enger mit der Volksschule zusammen.

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Aufzeichnung der Medienkonferenz vom 9. Mai 2017.

Die Note der Aufnahmeprüfung für ein Gymnasium ist ein guter Anhaltspunkt dafür, ob eine Schülerin oder ein Schüler in der Probezeit erfolgreich ist. Dies zeigt eine Untersuchung des Instituts für Bildungsevaluation der Universität Zürich, die von der Bildungsdirektion in Auftrag gegeben wurde und der Frage nachgegangen ist, welche Faktoren einen Einfluss darauf haben, dass eine Schülerin oder ein Schüler die Probezeit besteht. Weniger aussagekräftig sind hingegen die Erfahrungsnoten, die die Schülerinnen und Schüler mitbringen. Keinen Einfluss auf das Bestehen der Probezeit hat die Klassengrösse. Die Untersuchung zeigt auch, dass Schulen mit einer Schülerschaft aus Gemeinden mit einer sozioökonomisch weniger privilegierten Bevölkerung höhere Austrittsquoten aufweisen. Zudem sind Schülerinnen und Schüler, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, in der Probezeit weniger erfolgreich.

Grosse Unterschiede zwischen den Schulen

Ausgangspunkt der Untersuchung war der Umstand, dass in den letzten Jahren in den Kurzzeitgymnasien die Austritte bis auf 22 Prozent angestiegen sind. Ausserdem bestehen zwischen den einzelnen Schulen grosse Unterschiede: So gibt es Gymnasien, an denen über doppelt so viele Jugendliche die Probezeit nicht bestehen als an anderen Schulen. Für Jugendliche im Kurzzeitgymnasium sei ein Austritt nach der Probezeit oft besonders schmerzhaft, erklärt Regierungsrätin Silvia Steiner. Sie können zwischen Stuhl und Bank fallen, weil sie sich zu wenig auf eine Berufslehre vorbereitet hätten. «Ziel ist es, dass möglichst nur jene aufgenommen werden, die intakte Chancen haben, die Probezeit zu bestehen. Und diese Schülerinnen und Schüler wollen wir gut begleiten».

Erste Massnahmen zeigen Wirkung

Wie eine solche Begleitung aussehen könnte, zeigen bereits umgesetzte Massnahmen an den Schulen: Verschiedene Gymnasien haben Aufgabenstunden und Coachings eingeführt, auch das Projekt VSGYM, das die Zusammenarbeit zwischen Volksschule und Gymnasien stärkt, hat bereits erste Ergebnisse erzielt. In der Probezeit 2016/17 haben mehr Schülerinnen und Schüler die Probezeit bestanden. «Diese Entwicklung stimmt mich zuversichtlich, dass wir auf dem richtigen Weg sind», kommentiert die Bildungsdirektorin die neuen Zahlen.

Ergebnisse der Zentralen Aufnahmeprüfung 2017

Präsentiert wurden gestern auch die Ergebnisse der diesjährigen Aufnahmeprüfung.
4036 Schülerinnen und Schüler traten zur zentralen Aufnahmeprüfung (ZAP) für das Langgymnasium an (2016: 3823). Davon bestanden 2044 Sechstklässlerinnen und –klässler die Prüfung (2016: 1979). Die Erfolgsquote liegt damit bei 50,6% (2016: 51,8%).

An den Kurzgymnasien nahmen 3323 Jugendliche an der Prüfung teil (2016: 3306). Den Übertritt schafften 1336 Jugendliche (2016: 1295). Das sind 40,2% der geprüften (2016: 39,2%). Seit 2015 werden die Vornoten beim Übertritt ins Kurzgymnasium nicht mehr berücksichtigt.

Aus der Sekundarschule B haben 4 von 88 angemeldeten Schülerinnen und Schülern die Aufnahmeprüfung bestanden. (2016: 4 von 100)

Die Aufnahmeprüfung wurde Mitte April 2017 mit den mündlichen Prüfungen der Nachprüfung abgeschlossen.  

(Medienmitteilung der Bildungsdirektion)

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